Bericht der Rheinischen Post vom 12.11.2012

 

Orden für eine große Eselei in der Uckermark

VON MICHAEL STEIN - zuletzt aktualisiert: 12.11.2012

Wesel (RP). Der Eselorden 2013 geht an den Schauspieler und Komiker Michael Kessler ("Switch reloaded", Pro 7). Gemeinsamer Start der Weseler Karnevalsvereine in die Session feierte eine gelungene Premiere.

 

 

 

Ulla Hornemann, Präsidentin des närrischen Parlaments,

lüftete gestern das Gehiemnis, um den Eselordenträger 2013.

Foto: Jürgen Bosmann

 

 

Den Eselorden 2013 erhält der Schauspieler, Regisseur und Autor Michael Kessler. Das gab das närrische Parlament gestern beim Sessionsauftakt in der Niederrheinhalle bekannt. Der prominente Mime aus dem Fach Komik tritt die Nachfolge von Ex-NRW-Verkehrsministers Harry K. Voigtsberger, an, der die karnevalistische Auszeichnung in diesem Jahr erhalten hat.

 

Erstmals feierten mehrere Weseler Karnevalsvereine gemeinsam den Beginn der fünften Jahreszeit. Vor der Premiere zeigte sich Niederrhein-Hallen Chef Michael Lohmeyer, Prinz 2009, noch skeptisch. Am Ende zeigte er sich aber mit der Resonanz ebenso zufrieden wie CAW-Präsident Fita Mosshövel. Gut 150 Jecke schunkelten im Parkettsaal und waren froh über den Start der fünften Jahreszeit – für viele bekanntlich die schönste.

 

Jeder weiß doch, dass der Esel zu Wesel gehört und Angela Merkel zur Uckermark", so die Präsidentin. Außerdem habe er in einer Filmszene aus der "Keer Tröch II" in Bislich eine "MS Berlin" irgendwo in den neuen Ländern gemacht. "Das brachte das Fass zum Überlaufen", so Hornemann. Kessler wird den Orden in der Prunksitzung am 10. Februar entgegennehmen.

 

Für Begeisterung sorgte bei den Narren auch der von Jens Müller kreierte neue Stadtorden. Als Motiv wird ein mit Funkenmariechen tanzender Storch gezeigt. Ein Hinweis darauf, dass immer mehr "Adebare" ihren Nachwuchs am Niederrhein großziehen.

 

Abschließend befasste sich Jürgen Göbeler, Vorsitzender des Elferrates der Kolping-Familie, mit dem närrischen Hochadel. Beide, sowohl das scheidende Prinzenpaar Ludger I. und Elke I. (Becker) als auch das designierte Paar für die neue Session, Michael II. und Astrid I., haben ihre närrischen Wurzeln in der Kolpingfamilie. Der sichtlich stolze Vorsitzende bedankte sich für eine tolle Amtszeit bei den "Beckers" und wünschte dem neuen Prinzenpaar, Proklamation ist am 1. Dezember in der Niederrheinhalle, viel Erfolg für ihre Regentschaft.

 

 

 

 

Bericht der Rheinischen Post vom 12.11.2012

 

Eselorden für Comedian Michael Kessler

 

VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 11.11.2012 - 12:02

Wesel (RPO). Der Schauspieler und Comedian Michael Kessler ist neuer Träger des Weseler Eselordens. Das hat Ulla Hornemann, Präsidentin des närrischen Parlamentes, beim Sessionsauftakt in der Niederrheinhalle bekannt gegeben.

 

Michael Kessler erhält den Eselorden.  Foto: dpa, Henning Kaiser
Michael Kessler erhält den Eselorden
Foto: dpa, Henning Kaiser                                                                           

 

Das Mitglied des Ensembles der TV-Satire Switch reloaded (Prosieben) ist Nachfolger des ehemaligen NRW-Verkehrs-ministers Harry K. Voigtsberger. Der Orden wird Kessler bei großen Narrensitzung am 10. Februar verliehen. Kessler ist der 37. Esel-Ordenträger in der jecken Geschichte der Stadt. Der prominente Blödler wurde mit der Auszeichnung „bestraft“, weil er auf einem Esel durch die Uckermark geritten sei. „Die Uckermark hat ihre Kanzlerin Merkel, der Esel gehört zu Wesel“, urteilte die Parlamentspräsidentin.

Noch schwerwiegender sei das Vergehen, die Rhein-Fähre „Kehr tröch“ in Wesel-Bislich für eine Filmszene zur „MS Berlin“ umgetauft zu haben, und sie, ohne es kenntlich zu machen, „irgendwo in den neuen Ländern“ schippern zu lassen. „Das ist allemal einen Eselorden wert“, so Hornemann.

 

 

 

 

Bericht der NRZ vom 12.11.2012

 

Eseleien und ein tanzender Storch

11.11.2012 | 18:43 Uhr
Eseleien und ein tanzender Storch
Der neue Weseler Stadtorden
lFoto: Gerd Hermann                                                            

 

Wesel.   Der Eselsorden geht an den Schauspieler, Regisseur und Autor Michael Kessler. In der Niederrheinhalle stellten die Jecken einen weiteren tierischen Orden vor

Also gut: Der Träger des Eselsordens lebt tatsächlich in Köln, „im Schatten eines historischen Gebäudes“ wie es im Rätsel hieß. Sichtlich vergügt spannte Ulla Hornemann, Präsidentin des Närrischen Parlaments, gestern in der Niederrhein-Halle die Jecken noch ein wenig auf die Folter. Geraune unter den Narrenkappen ob des Rätsels Lösung: Michael Kessler, Schauspieler, Regisseur und Autor, wird auf den närrischen Esel gesetzt. Ein Name, zu dem nicht jedem etwas einfallen mochte. Nicht doch - das ist doch der „Klausi“ aus „Manta, Manta“... Von 2006 bis 2009 chauffierte er die „Berliner Nacht-Taxe“, derzeit ist er unterwegs zu „Kesslers Expedition“ in Ostdeutschland: Mit dem Floß auf der Havel beispielsweise. Oder mit dem Rasenmäher auf den Brocken und mit dem Esel an die Ostsee. „Unseretwegen kann er ja, wenn er mit dem Brocken fertig ist, mit seinem Rasenmäher auch noch über den Rennsteig oder durch die Sächsische Schweiz jagen - wir haben nichts gegen Ostalgiker“, so Ulla Hornemann. Aber mit einem Esel durch die Uckermark, „das geht einfach zu weit“. Frau Merkel gehöre zur Uckermark, der Esel zu Wesel. Zudem, klagt sie an, habe er die „Kehr Tröch“ zur MS Berlin gemacht und Bislich in die neuen Bundesländer verlegt. Mal schauen, was der Sünder zu seiner Verteidigung zu sagen hat, er hat sein Kommen zur Verleihung zugesagt - seinen Orden nimmt er am Karnevalssonntag, 10. Februar, währen eine Prunksitzung, aus den Händen von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp entgegen.

Ein komischer Vogel in der Tanzgarde? Nachdem ihr Stadt-Herold Christoph Brincks die Session als eröffnet erklärte, erläuterte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp den tierischen neuen Stadtorden: „Wieder in unseren Reihen“ ist darauf zu lesen und Jens Müller, der den Orden kreiert hat, lässt Adebar seine Storchenbeine mit denen der Funkemariechen schwingen. Der Storch fühlt sich wieder heimisch in den Rheinauen rund um Wesel, ein Verdienst der Naturschützer, immer wieder nisten Paare und ziehen ihren Nachwuchs groß. „Den Weseler Karnevalisten ist zu wünschen, dass ihre Nachwuchsförderung mindestens so erfolgreich ist wie bei den Störchen“, so die Bürgermeister - bevor sie zur Tat schritt und die ersten Stadtorden an Narr und Närrin brachte - unter anderem ans neue Prinzenpaar. Der Auftakt ist geschafft, nun können Priniz Michael II und seine Prinzessin Astrid I in ihre Session starten.

 

 

 

Bericht der NRZ vom 12.11.2012

Hoppeditz rieb sich die Augen

11.11.2012 | 18:40 Uhr
Hoppeditz rieb sich die Augen
Jetzt ist er wieder munter: Der Hoppeditz verordnete Frohsinn
Foto: Markus Joosten                                                      
 

Wesel. Die fünfte Jahreszeit hat wieder begonnen. Da war es an der Zeit, den Geist des Karnevals aus seinem Tiefschlaf zu holen. Seit Aschermittwoch hatte der Hoppeditz in seiner Kiste bleiben müssen. Die Feldmarker erweckten ihn.

Sie erwiesen sich dabei als Frühaufsteher: Schon am Freitag um 19.11 Uhr, zwei Tage vor dem offiziellen Beginn der Karnevalszeit, durfte der Hoppeditz wieder einmal ins Geschehen eingreifen. Mit einem dreifachen „Hoppeditz erwache!“ weckte ihn das Karnevalskomitee um Präsident Adalbert Gose.

Wie bereits in den vergangenen Jahren erhob sich Dieter Jäger im weiß-roten Kostüm und etwas verschlafen aus der Kiste. Aber nicht nur deswegen rieb er sich zunächst die Augen. „Wie der Feldmarker Marktplatz sieht das nicht aus“ wunderte er sich über seine neue „Auferstehungsstätte“. Denn zum ersten Mal war er bereits in der Gaststätte „Feldmarker Eck“ geweckt worden und nicht erst vom Marktplatz aus dorthin gezogen.

Mit einer gereimten Büttenrede läutete Dieter Jäger den Beginn der Karnevalszeit ein und wurde herzlich in Empfang genommen. Das neue Prinzenpaar Michael und Astrid Gossen alias Prinz Michael II. und Prinzessin Astrid I. begrüßte den Hoppeditz ebenso wie Wesel stellvertretende Bürgermeisterin und Präsidentin des närrischen Parlaments, Ulla Hornemann. Mit von der Partie waren selbstverständlich auch Prinzenführer Luc Eben und Wachtmeister Walter Hölken.

Den Rest des Abends verbrachten die Närrinnen und Narren im Feldmarker Eck unter dem Motto des letzten Satzes aus Hoppeditzens Rede: „Nun lasst es erklingen in lautem Schall: Eröffnet sei der Karneval“.

Von nun an sind die Feldmarker auch offiziell wieder „janz jeck“. Es geht in die heiße Abschlussphase vor den Veranstaltungen zu Beginn des neuen Jahres. „Feldmark Quanzum!“ lautet jetzt der Gruß.

Moritz Angenendt

 

 

 

Auch die Schwester weiß nichts

09.11.2012 | 18:17 Uhr

Auch die Schwester weiß nichts
Ulla Hornemann (rechts) ist für die Eselordenträger verantwortlich, Bürgermeisterin Ulrike Westkamp für die richtigen Worte bei der Verleihung, und Frank Schulten gehört als CDU-Ratsherr zum Närrischen Parlament. 2009 wurde Hermann van Veen als neuer Eselordenträger vorgestellt
Foto: Markus Weißenfels

 

 

Wesel.   Traditionell wird am 11.11. der neue Eselordenträger der Stadt Wesel bekannt gegeben. Doch wie kommt die Vorsitzende des Närrischen Parlaments, Ulla Hornemann, eigentlich an ihre Prominenten, die Karnevalssonntag die jecke Auszeichnung entgegennehmen? Ein Interview.

 

Harry Kurt Voigtsberger heißt der amtierende Weseler Eselordenträger, der bei seiner Kür Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen war. Am morgigen Sonntag, den 11.11. um 11.11 Uhr, wird sein Nachfolger in der Niederrheinhalle bekannt gegeben, der dort dann am 10. Februar die Auszeichnung in Empfang nimmt. Zum Auftakt der närrischen Session 2012/2013 sprachen wir mit der Vorsitzenden des Närrischen Parlaments Ulla Hornemann:

 

Wie viele Eselordenträger haben Sie im Laufe Ihrer Amtszeit eigentlich schon ausfindig gemacht?

 

Moment, da muss sich selber nachgucken. 16 waren es, ich mach’ das seit 1996.

 

Sagen denn alle, die Sie ansprechen, sofort begeistert Ja oder müssen Sie sie erst von der Besonderheit der Weseler Auszeichnung überzeugen?

 

Na ja, ein bisschen überreden muss man die Leute schon. Wenn ich aber dann mit der Einladungskarte winke, sind alle sehr beeindruckt. Denn die Namen sind ja schon bekannt, egal ob Rita Süssmuth, Helga Feddersen, Klaus Töpfer oder Fritz Pleitgen.

 

Der Name des Ordensträgers beziehungsweise der Ordensträgerin wird ja streng geheim gehalten. Wie viele Mitwisser haben Sie überhaupt?

 

Vier bis fünf sind es. Auf jeden Fall muss es die Bürgermeisterin wissen, denn sie hält ja später die Rede auf den Ordensträger. Und ein paar vom Stadtmarketing, die mich unterstützen, natürlich auch. Meine Schwester versucht zwar immer, von mir den Namen herauszukriegen. Es ist ihr bisher aber nie gelungen.

 

Wie lange sind Sie in der Regel auf der Suche?

 

Vier bis sechs Wochen nach der Eselordenverleihung lasse ich mir immer Zeit. Dann fange ich schon wieder so langsam an, mit den Hufen zu scharren. Das braucht nämlich Zeit. Die stehen ja nicht unbedingt im Telefonbuch, so dass ich manchmal zu einem Auftritt einfach hinfahre, um Kontakt aufzunehmen.

 

Noch einen Satz zum künftigen Träger des Weseler Eselordens?

 

Er ist total sympathisch und total offen. Obwohl er mit Karneval nichts an der Mütze hat, hat er zugesagt, um mal eine andere Erfahrung zu machen.

Petra Herzog