Bericht der NRZ vom 20.11.2015

 

Karneval

Schaum-Teppich bremste die Narren

20.11.2015 | 17:33 Uhr

Schaum-Teppich bremste die Narren
Da ist guter Rat teuer. Wie, bitteschön, gelangt man trockenen Fußes zur Kaserne?Foto: Erwin Pottgiesser

Die Soldaten der Schillkaserne machten es den Weseler Karnvalisten beim Kasernensturm nicht leicht.

Nein, Petrus war den Jecken nicht wohl gesonnen bei der Erstürmung der Schillkaserne durch Wesels Karnevalisten. Dauerregen machte sowohl den „Angreifern“ als auch den tapferen „Verteidigern“ schwer zu schaffen.

Doch der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Unterstützt von weiteren Prinzenpaaren, die unter anderem aus Moers, Brünen, Dingden, Borth und Bocholt in die Kreisstadt kamen, versammelten sich die heimischen Tollitäten Henn I. und Ingrid II. vor dem verrammelten Kasernentor. „Öffnet das Tor geschwind, wir hoffen, das wir willkommen sind“, rief CAW-Präsident Thomas Holtkamp aus, doch eine Reaktion der Soldaten ließ auf sich warten. Endlich öffnete sich eine schmale Tür, und der Standortälteste Oberstleutnant Guido Engelmann zeigte sich tapfer den bunt gekleideten Narren.

Zwei Tollitäten in der Schaufel

Auch wenn es für ihn eine Premiere war, hatte er sich erstaunlich gut vorbereitet. Bestens präpariert im Judo-Outfit machte er mehr als deutlich, dass er „seine“ Kaserne nicht kampflos preisgeben würde. Das Fanfarencorps CCL Wesel versuchte daher mit klingendem Spiel, die Soldaten zur Aufgabe zu überreden, doch die Verteidiger dachten nicht daran. „Wir haben hier die Nummer 6 der ‚Village People‘- den Feuerwehrmann - verpflichtet“, rief Oberstleutnant Engelmann. Und tatsächlich, unter ohrenbetäubendem Lärm erreichten zwei Feuerwehrautos das Kasernentor. Ehe die Narren sich versahen, war der ganze Vorplatz der Kaserne mit einem großen Schaum-Teppich bedeckt.

Jetzt war guter Rat teuer. Tapfer versuchte nun Henn I., den Schaum mit Hilfe eines Besens zu entfernen, damit seine Prinzessin trockenen Fußes die Kaserne erobern konnte, doch es war einfach zu viel. Als Retter in der Not entpuppte sich zum Glück da ein anrückender Traktor von Landwirt Walter Itjeshorst aus Lackhausen, der die beiden Tollitäten mitsamt den Pagen in seine große Schaufel packte und sich in Richtung Kasernentor auf den Weg machte. Jetzt war der Bann endgültig gebrochen. Unter lautstarken Helau-Rufen kapitulierten die Soldaten und ließen die Narren gewähren.

Im nahen Zelt wurde der Sieg im Anschluss kräftig gefeiert. Auftritte der Weseler Prinzengarde, vom Solomariechen Laudana aus Borth und vom Kinderprinzenpaar aus Wehofen sorgten für eine tolle Stimmung. Auch die Tanzdarbietungen der Kolpingsfamilie und des SV Büderich begeisterten die Narren im vollen Festzelt. Da ließ sich auch die heimische Kinderprinzessin Leonie II. nicht lange bitten. Mit ihren Paginnen Mia und Jamie bot sie zu den Klängen von Brings eine tolle Vorstellung. Die anwesenden Prinzenpaare hatten nun noch ihre Pflichten zu erfüllen und verteilten fleißig jede Menge Orden und Ehrenzeichen. Mit Hilfe der Band „Disharmonica“ wurde dies noch lange gefeiert.