Bericht der NRZ vom 17.11.2014

Einer für alle

17.11.2014 | 00:11 Uhr

Einer für alle
Am Samstag, dem 15.11.2014, sprang der Hoppeditz des Feldmarker Karnevals Komitees wieder aus der Kiste, Foto: Gerd Hermann / WAZ FotoPoolFoto: Gerd Hermann

„Hoppeditz erwache“, riefen die Karnevalisten lautstark am Samstag im Feldmarker Eck. Dicht an dicht standen sie um den schwarzen Sarg und warteten gespannt. Pünktlich um 19.11 Uhr sprang der Schelm unter Jubel aus seiner Ruhestätte. In seiner Rede beschwerte er sich bitterlich darüber, erst so spät geweckt worden zu sein. Bissig nahm er Wesels Politik aufs Korn: Er verglich den Bau der Südumgehung mit dem Berliner Flughafen und zweifelte an ihrer Fertigstellung. Auch lachte er darüber, dass ganz Deutschland das 25-jährige Jubiläum des Mauerfalls feiert, während Wesel plant, die Mauer wieder aufzubauen, um sich vor dem Lärm der Betuwe Linie zu schützen. Gelächter erfüllte den Raum.

Feiern wie damals

Seit 1999 ist Dieter Jäger der Hoppeditz des Karnevalskomitees vor’m Clever Tor (KVC). „Damals wurde ich Hoppeditz, weil mein Vorgänger Prinz geworden ist. Seitdem bin ich dabei geblieben“, sagte Jäger. Für ihn ist Karneval eine Leidenschaft. Er ist nicht nur aktives Mitglied des KVC, sondern tanzt auch bei den Feldmarker Bauern. Jedes Jahr freut er sich darauf die Session eröffnen zu dürfen: „Es ist immer wieder schön den Startschuss zu geben und es ist auch eine Gelegenheit über all das, was in Wesel schief läuft, zu lachen.“

Hoppeditz‘ Botschaft an diesem Abend lautete: Steht zusammen Feldmarker Narren. Zum ersten Mal seit langem feierten die zwei Feldmarker Vereine KVC und FKK gemeinsam den Start der Session. „Die Generation unserer Eltern feierte zusammen. Nun lassen wir diese Tradition wieder aufleben“, sagte Monika Krebbing, die Vorsitzende des FKK. Wie um diese Botschaft zu untermauern spielte der DJ „Echte Fründe“ von den Höhnern. Alle schunkelten und der kleine Saal wurde zu einem Meer aus Rot und Weiß.

Auch das Prinzenpaar genoss die gute Stimmung. „Wirklich schön. Eine tolle Rede hat der Hoppeditz gehalten“, sagte Kristin Pollmann. Die Vorfreude auf die Session ist groß. Beide richteten sich an ihr Karnevalsvolk und stimmten es auf die fünfte Jahreszeit ein. Auch Birgit Nuyken, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Wesel, war zu Gast. Sie sah erstmals Hoppeditz erwachen. „Ein schöner Brauch, der hier in der Feldmark noch gelebt wird“, sagte Nuyken. Noch sehe sie sich nicht als Karnevalisten, doch Stück für Stück wachse sie in diese Rolle hinein.

Nach dem offiziellen Teil feierten alle ausgelassen. Der Saal war rappelvoll. Bier und Kölsch wurden ausgeschenkt und DJ Black sorgte mit seiner Musik für gute Stimmung.

Karolina Warkentin

 

Bericht der Rheinischen Post vom 26.01.2015

 

Kostümfest des FKK im Parkettsaal begeistert Jecken

Wesel: Kostümfest des FKK im Parkettsaal begeistert Jecken
 
"Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse": Ausgelassen feierten die Feldmarker Narren im Parkettsaal der Niederrheinhalle. FOTO: Pottgiesser

Wesel. Das Feldmarker Karnevals Komitee (FKK) feierte am Wochenende zum mittlerweile 65. Mal im Parkettsaal der Niederrheinhalle sein traditionelles Kostümfest. Einmal mehr wurde hier eindrucksvoll bewiesen, wie gut die Feldmarker Jecken zu feiern verstehen.                    Von Michael Stein
So herrschte schon bei der Begrüßung durch Sitzungspräsident Jens Tenbergen beste Stimmung im gut gefüllten Saal. Als "Einheizer" zeigte die von Udo Dorando trainierte "Mini-Tanzgarde", drei Mädels im Alter von zwei bis vier Jahren, ihr Können, bevor das amtierende Kinderprinzenpaar Jan-Luca I. und Laura I. mit seinem Auftritt die Herzen der Feldmarker Narren im Sturm eroberte.Natürlich machten auch Wesels närrisches Oberhäupter Prinz Patrick I. und Prinzessin Kristin I. dem FKK ihre Aufwartung. Beim Einmarsch der Tollitäten und der Prinzengarde, bot sich den erwartungsfrohen Besuchern im Saal ein imposantes Bild. Zuvor hatten bereits Schunkellieder von "Ecki", alias Thorsten Eckrich, für jecke Stimmung gesorgt. Kaum zu glauben, dass er aus der "karnevalsfreien Zone" Hannover stammt. Der Parkettsaal bildete nun den perfekten Rahmen für den Auftritt der von Ute Dorando trainierten "Hüpfküken". Viel Spaß hatten die närrischen Besucher dann auch beim Auftritt von Robin Krebbing, der von seinen Erfahrungen mit Schule und Mutter berichtete. Dafür erhielt er reichlich Beifall. Eine "Rakete" gab es im Anschluss für die "Feldmarker Erpel", die erstmals nach längerer Zeit wieder die jecke Bühne rockten. Nach der fälligen Polonaise sorgten die legendären "Mamas und Papas" mit ihrer Disco-Show für Begeisterung und schafften mit ihrem Auftritt eine perfekte Atmosphäre für die nun folgende Prämierung der schönsten Kostüme.
Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und das Prinzenpaar hatten es nicht leicht mit ihrer Wahl, doch am Ende konnte sich die "Bezaubernde Jeannie" durchsetzten. Wer genau hinsah, erkannt Tilly Eben -Ehefrau von Prinzenführer Luc Eben. Sie war die würdige Siegerin des Abends, die den "Joggermann" und die "Ballonhexe" hinter sich ließ. Nach der tollen Büttenrede von Ludger, dem "lieben Jung aus Ossenberg, und dem Auftritt der "Hupfdohlen", war die Bühne frei für die "Prinzencrew" aus Obermarxloh. Der "KVO" ließ den Parkettsaal erbeben. Präsidentin Monika Krebbing, die sich auch über Besuch von Prinzessin Ruth aus Brünen freute, konnte mit dem Abend rundum zufrieden sein.